Jubiläum 60 Jahre Evang. Kirche Uznach

 

Quelle: Linth-Zeitung
Text und Bilder: Antoinette Lüchinger

Feier zum Jubiläum des Gotteshauses
Mit Filmrückblick, Zeitzeugen und dem Blick auf heute hat die Evangelische Kirchgemeinde Uznach und Umgebung das 60-Jahr-Jubiläum ihrer Kirche gefeiert.

Vor 101 Jahren wurde die Evangelische Kirchgemeinde Uznach und Umgebung gegründet und am 15. Oktober 1961 die Kirche in Uznach eingeweiht. Vergangenen Sonntag wurde in Uznach feierlich das 60-Jahr-Jubiläum des Gotteshauses begangen. Dabei wurde auch in die Zukunft geblickt. Es gelte, den Glauben wiederzubeleben, sagte der Kirchenratspräsident, Pfarrer Martin Schmidt.

Der Reformationssonntag als Datum für die Jubiläumsfeier der evangelischen Kirche in Uznach stand sinnbildlich für Geschichte und Entwicklung der Kirchgemeinde Uznach und Umgebung. Letztere wurde von Pfarrer Martin Jud kurz beleuchtet. Vor 101 Jahren wurde die Kirchgemeinde gegründet und am 15. Oktober 1961 die Kirche eingeweiht – ein Meilenstein für die Gemeinde. Ein Filmdokument aus dieser Zeit zeigte die Eröffnungsfeier mit Glockenaufzug. Seit 60 Jahren sei die Kirche nun ein Ort für die Verkündigung der Frohen Botschaft, für Freud und Leid, Dank und Segen, unterstrich Jud. Sie sei noch jung. Als zwölfter Pfarrer habe er diese seit 1999 mitgestaltet. Er verwies auf die farbigen Glasfenster der Kirche von Taizé-Künstler Frère Marc. Der Morgenstern sei ein Sinnbild für die Erwartung des kommenden Reiches Christi. «Unsere Kirche ist eine Botschafterin der Freude und des Glaubens, nicht nur durch die Fenster und Glocken, sondern vor allem durch uns», betonte Pfarrer Jud.

Die Kirchgemeinde habe seit dem Bau der Kirche eine dynamische Entwicklung mitgemacht. Die Pläne für die Kirche wurden mehrmals überarbeitet. Aber es habe sich gelohnt. Die Kirche sei gut gebaut und habe sich bewährt. Doch verändere sich die Diasporagemeinde stetig. Deshalb befasse sich zurzeit eine Projektgruppe mit der zukünftigen Raumgestaltung dieser Kirche, so Jud.

Die Kirche im Spannungsfeld

Pfarrer Martin Schmidt, Kirchenratspräsident, griff in seinen Worten die Reformationsgedanken von Martin Luther und Huldrych Zwingli auf. Luther habe eine geistliche Reformation geprägt, Zwingli eine politische mit vielen sozialen Verbesserungen. Am 31. Oktober 1517, vor gut 500 Jahren, erfolgte der Thesenanschlag in Wittenberg. Dies war laut Schmidt der Beginn der Reformation.

Die Evangelische Kirche sei eine Weiterentwicklung der «una santa ecclesia», so Schmidt. Die Bibel, das Evangelium, der Glaube an Jesus Christus, Barmherzigkeit und Solidarität seien die Grundlagen der Evangelischen Kirche, mit Verkündigung, Diakonie und Bildung. «Das ist unsere ID. Haben wir etwa aufs falsche Pferd gesetzt?», fragte er in die Runde.

«Den Glauben wiederbeleben»

Im Vergleich dazu habe die Katholische Kirche ein starkes Bindungssystem zu ihren Gläubigen aufgebaut, mittels Ritualen und Sakramenten. «Wir müssen den Glauben wiederbeleben und die Hoffnung sowie das neu entdeckte Glaubensverständnis stärken», betonte Schmidt. Die Kirche sollte für den Inhalt stehen und sich für die Menschen einsetzen. Heutzutage sei der Glaube ins Private abgerutscht. Christen hätten verlernt, über ihren Glauben zu sprechen. Die Freikirchen seien da offener. Die Evangelische Kirche Uznach und Umgebung sei in Stein gehauener Glaube. Gleichzeitig berief er sich auf Erasmus und seine Friedensschrift, in der Kirchenspaltung, Zwietracht zwischen Christen und Missachtung aller christlichen Werte angeprangert werden. Heute sei die Ökumene im Kanton glücklicherweise eine Bewegung aufeinander zu, so Schmidt.

Umrahmt hat den eindrucksvollen Gottesdienst der Kirchenchor, unter Leitung von Margrit Kramis Jordi, mit einem Lied aus der «Missa Festiva» von Tambling und Psalmen. Bernhard Rüesch begleitete an der Orgel. Für virtuose instrumentale Begleitung mit Klezmermusik sorgten Ferdi Schnider, Klarinette, und Markus Schönenberger, Trompete. Danach wurde draussen bei schönstem Wetter weitergefeiert.

 

 

Bilder: Pfarrer Daniel Giavoni

 

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